Es gibt kaum noch Online-Shops, in denen keine Bewertungen zu finden sind. Käufer bewerten Produkte und den Service von Unternehmen nach eigenen Maßstäben. Manchmal fällt die Bewertung recht rar aus – so helfen Rezensionen wie „Schlechtes Produkt!“ oder „Hier bestelle ich nie wieder!“ anderen Verbrauchern nicht weiter. Aber auch seitenlange Beschreibungen, beispielsweise wie ein bestimmtes Produkt anzuwenden ist, sind nicht hilfreich, denn dazu gibt es ja schließlich Produktbeschreibungen und Gebrauchsanweisungen. Aber wie sollte eine Bewertung aussehen, damit sie andere Kunden informiert und darin bestärkt, dieses Produkt auch selbst zu erwerben?

Immer schön sachlich bleiben

Schildern Sie Ihre persönlichen Anforderungen an das Produkt. Wobei sollte das Produkt Sie unterstützen oder entlasten, warum haben Sie es gerade in diesem Online-Shop gekauft und sind Ihre Anforderungen erfüllt worden? Andere Verbraucher können so auf den ersten Blick erkennen, ob seine Intentionen denen des Bewerters entsprechen und die Rezension deshalb für ihn lesenswert ist. Verfassen Sie Bewertungen immer in einem sachlichen Stil, vermeiden Ironie und Sarkasmus, damit niemand falsche Schlüsse ziehen kann.

Gliederung in nachvollziehbare Absätze

Wer seine Bewertung sinnvoll strukturiert und mit passenden Zwischenüberschriften versieht, erleichtert anderen Käufern das Lesen der Rezension. Positive und eher negative Aspekte sollten getrennt aufgeführt werden. Schwachstellen und klare No-Go´s gehören zusammengefasst ebenso wie die Stärken und speziellen Besonderheiten eines Produktes. Interessenten finden sich so wesentlich einfacher zurecht und können schneller erfassen, ob das beschriebene Produkt für sie selbst geeignet ist. Die Anzahl der Sterne muss zur Rezension passen und für andere nachvollziehbar sein.

Laut der TOMORROW-FOCUS Studie “Die Psychologie des Bewertens“ lassen sich Rezensenten in diese vier Kategorien einteilen:

Der Helfer: Hier bewerten Rezensenten, weil sie anderen dabei helfen möchten, die richtigen Produkte zu kaufen. Der Helfer ist oft weiblich, jünger und bewertet häufig Kleidung und Elektronik (die wird jedoch zum Großteil von Männern bewertet). In diese Kategorie fallen 45 % der 3.000 Befragten.

Der Optimierer: Hier wird bewertet, um den Herstellern oder Händlern die Möglichkeit einzuräumen, Verbesserungen vorzunehmen. Der Optimierer ist oftmals älter – Frauen und Männern sind zu fast gleichen Anteilen vertreten. Bewertungen gibt es oft für Ärzte und Elektronik. 18 % von 3.000 Probanden zählen zu den Optimierern.

Der Emotionale: Die Intention der Bewertung ist hier eher persönlicher Natur. Bewerter möchten sich bedanken oder auch mal Luft ablassen. Zu den Emotionalen zählen üblicherweise eher ältere Menschen. Frauen und Männer sind zu gleichen Teilen vertreten. Die Bewertungen fallen zu großen Teilen eher positiv aus. Die meisten Rezensionen schreiben Emotionale zu Online-Händlern und Restaurants. 17 % der befragten Gruppe gehört zu diesem Typ.

Der Motivator: Hier möchten die Bewerter, dass auch andere Kunden die bewerteten Produkte kaufen oder die rezensierten Dienstleistungen buchen. Der Motivator ist in der Regel jünger und interessiert sich fürs Reisen. Der Frauen- und Männeranteil hält sich die Waage. Rund 11 % der Befragen gehört zu den Motivatoren.

Am Schluss des Bewertungstextes sollte das eigene Fazit kurz, konkret und ehrlich auf den Punkt gebracht werden. Nicht wenige Interessenten lesen nur noch die Zusammenfassungen an Ende der Rezensionen und fällen danach ihre Kauf-Entscheidung.

Bevor die Bewertung veröffentlicht wird, sollte ein Lektorat erfolgen, damit der Text fehlerfrei online gehen kann. Sind alle Argumente stichhaltig? Passt die Schlussfolgerung? Wenn keine Fehler mehr vorliegen, kann die Bewertung abgeschickt werden.

Bewertungen auch nachträglich bearbeiten

Um anderen Käufern ein besseres Bild von einem Produkt zu geben, ist es sinnvoll, die abgegebene Bewertung nach einiger Zeit noch einmal mit einem Update zu versehen. Vielleicht hat sich in der Zwischenzeit etwas getan, dass unbedingt noch in die Bewertung mit einfließen muss. Das können produktspezifische Aspekte oder auch herstellerbedingte sein. Der neue Kommentar sollte dabei unbedingt das aktuelle Datum tragen, sodass neue Kunden die weiteren Angaben nachvollziehen und in die eigenen Überlegungen mit integrieren können.

Hier noch einmal die wichtigsten Aspekte für das Schreiben von Bewertungen:

  • Ehrliches und konkretes Feedback geben
  • Höflich, freundlich und sachlich bleiben
  • Neben Produkten auch den Kundenservice bewerten
  • Überprüfen der Bewertung vor dem Onlinegang
  • Bei Bedarf eine Rezension nachträglich Aktualisieren

Gute Bewertungen helfen anderen Kunden

Viele Verbraucher vertrauen den Erfahrungen anderer Käufer. Deshalb ist es so wichtig, Bewertungen in einer bestimmten Art und Weise zu verfassen. Sie sollten nicht zu kurz, jedoch auch nicht zu lang sein, ein gesundes Mittelmaß ist ideal. Wer seine Erfahrungen anderen in einer Bewertung mitteilt, unterstützt diese bei der Kaufentscheidung. Zudem beschäftigt sich der Rezensent noch einmal eingehend mit dem gekauften Produkt und erkennt dabei vielleicht weitere positive oder auch negative Eigenschaften des Produktes, die er vorher so nicht auf dem Schirm hatte.

Abschließend kann nur ausgeführt werden, dass sowohl Interessenten wie auch Bewerter selbst von ehrlichen, authentischen Rezensionen profitieren. Und nicht zu vergessen, die Online-Shops selbst, deren großer Gewinn auch in zahlreichen guten Bewertungen liegt.

Jede Bewertung ist bares Geld wert, denn je mehr gute Bewertungen ein Produkt oder ein Unternehmen vorweisen können, umso mehr Umsatz kann erzielt werden und umso höher ist das Ranking.